Glaube

Gedanken aus dem Gemeindebrief September 2026:

 

"Du hast die Wahl!" Oder doch nicht so richtig?

Die anstehende Landtagswahl in SachsenAnhalt fordert uns heraus:
 Sie fordert uns heraus, zu dem zu stehen, was unsere Werte sind, was uns „heilig“ ist, was ein Miteinander ermöglicht. Die Evangelische Kirchen in unserem Kirchenkreis verweisen nicht nur auf die Gebote der Bibel, auf einen liebenden, zugewandten Gott, der in dem Juden Jesus Christus mit Liebe, Stärkung und Heilung für seine Schöpfung eintritt. Es geht um Vertrauen und Miteinander. Das wird gelebt, in unseren Kirchengemeinden. Jung und Alt, Kinder und Eltern, Musikalische und Geniesser, Fragende und Wissende, Suchende und Gestaltende. Es funktioniert mit Hinhören, Nachfragen, Ausprobieren, Trösten, Lachen, Achtsamkeit Wir wissen, was alles nicht so rund läuft, wo Veränderung sinnvoll wäre. Wir wissen um die Mühen und wie anstrengend es auch sein kann. 
Am Ende geht es aber doch immer um jeden Einzelnen in der Gemeinschaft.

Da passt es überhaupt nicht, mit scharfmachenden, verächtlichen, ausgrenzenden und menschenverachtenden Parolen, Slogans und Forderungen Politik machen zu wollen. Welche Parteien könnten ein Land zusammenhalten und weiterbringen? Und wie kann ich, ein Wähler, (der weiß, dass eine Stimme nur eine Stimme ist und ich damit mein Vertrauen weitergebe), dieses Land nicht auf einen Holzweg bringen? Frustriertes Nichtwählen jedenfalls nicht. Taktisches Wählen, damit die mit den größten Chancen weiterkommen und eine abzulehnende Partei keine Mehrheit bekommt wird schon immer praktiziert. Je mehr kleinere Parteien im Landtag mitspielen, um so breiter spiegelt sich die Vielfalt der Bevölkerung. Demokratie heißt Vertrauen, Kompromiss, sich bewegen, Veränderung, Offenheit. Das gilt letztlich in allen Gremien, Ebenen, auch im kirchlichen Kontext: Es gibt nicht die eine richtige Meinung, den einzigen Weg, die unveränderliche Entscheidung.

Aber es gibt gefährliche Brandstiftung, Arroganz, Menschenfeindlichkeit, Faschismus. Nie wieder – so war die Verabredung nach dem 2. Weltkrieg, nach den Nazis, nach Verfolgung, Bespitzelung und Angst Nie wieder – und es ist so leicht vergessen oder so gefährdet. Darum ist es wichtig, sich immer wieder zu besinnen – auf unsere Werte, was Hoffnung gibt, Leben ermöglicht, ein Miteinander wachsen lässt.

Darum gibt es Menschen, Christen, Mitarbeiter, Gemeindeglieder, die deutlich machen was wir brauchen und wählen sollen. So lautet die Überschrift einer Kampagne unserer Kirche: Wir wählen: … Liebe – Geduld – Mitmenschlichkeit – Vertrauen – Besonnenheit – Achtung – Hoffnung – Weite – Respekt – Barmherzigkeit – Gemeinschaft – Liebe Gestritten, gerungen haben Menschen schon immer – und immer gab es die Sehnsucht nach Friede, nach Versöhnung, nach Heilung.

Wer, wenn nicht Christen haben eine Ahnung von dem, was wir Glaube, Liebe und Hoffnung nennen? Wir sollen ein Licht in der Dunkelheit sein, ermuntert uns Jesus. Erzählen wir von dem, was wir träumen, woran wir glauben, woran wir arbeiten. Sei parteilich – sagt die Bibel. Tritt ein für die armen, die ausgegrenzten, die ohne Stimme. Wehre dem Bösen. Die anstehende Landtagswahl, nicht nur in SachsenAnhalt fordert uns heraus. Uns zu bekennen, zu wählen, zum Miteinander. Und das reicht über eine Wahlentscheidung hinaus.

 - David Joram - 

 

 


 

Gedanken aus dem Gemeindebrief Februar 2025:

… abchecken – begutachten – erproben – inspizieren – kontrollieren – testen – überprüfen – untersuchen - sich vergewissern - in Augenschein nehmen - auf den Grund gehen – beobachten – erforschen – erkunden – recherchieren – studieren – analysieren – eruieren – sondieren – kontrollieren …

"Prüft alles und behaltet das Gute!"

Dinge
Jedes Kalenderjahr ist mit einem Wort aus der Bibel überschrieben, eine Art Leitfaden. Die Jahreslosung. Paulus schreibt die Worte in einem Brief -1. Thessalonicher 5,21 Alles abklopfen, wahrnehmen, was ist, all die Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Wirklich alles. Das sollen die Menschen damals. Und dann überlegen: Was dient dem Leben? Was ermöglicht Freiräume? Wie wird etwas gut?
Das sollen, dürfen, müssen die Gemeinden – wenn es funktionieren soll. Das Gute Leben. Das Leben miteinander. Das Leben, wie Gott es will. Ja, auswählen, entscheiden, bewahren und handeln – darum geht es. Nicht nur vor 2.000 Jahren – sondern immer wieder in unserem Leben, in unserer Gesellschaft, in unseren Kirchen und Dorfgemeinschaften. Es hört nicht auf. Prüfen und Gutes tun! Es ist also ein Appell an unsere Achtsamkeit, unser Wachsein, unsere Verantwortung. Und es ist auch ein Appell zu Offenheit, und Toleranz – wenn etwas gut ist, auch wenn es nicht was Eigenes ist. Wenn etwas gut ist – bewahrt es, behaltet es, füllt es mit Leben. Unsere Wirklichkeit? Man spürt es. Man liest es in Meldungen und die Statistiken verkünden es immer wieder; unsere Kirchengemeinden werden kleiner, unsere Landeskirche arbeitet an Strukturveränderung und unsere Kirchengemeinden müssen neu kalkulieren.

„Was können wir uns noch leisten“ wird oft gefragt. Eigentlich müsste es heißen: „Was haben wir für Potential“. In fast jedem Dorf steht eine Kirche. Zeugnis unserer christlichen Tradition. Aber oft auch Zeichen von Vergangenem und Vergänglichem. PRÜFEN – DAS GUTE BEHALTEN Neu nachdenken, was wir brauchen, welche Schätze wir haben und was Ballast ist. Das GUTE BEHALTEN bedeutet nicht, das unsere Kirchengemeinden zu Museen werden. Sondern Orte sind, bleiben oder werden, wo Gutes wachsen kann, wo wir gemeinsam danken, träumen, hoffen, beten können. Kirche und damit auch unseren kleinen Kirchengemeinden werden immer wieder in Frage gestellt, was wir in einer modernen, scheinbar aufgeklärten Welt können und wollen. Menschen, die sich hier engagieren stehen auch immer wieder vor diesen Fragen. Es ist die Aufgabe der Gemeindekirchenräte, die in diesem Jahr neu gewählt werden – genau hinzuschauen, was ist gut, was lassen wir lieber, was brauchen wir. Genauso wie eine der ersten Gemeinden um das Jahr 50 herum, denen dieser Brief geschrieben wurde: Haltet Frieden untereinander, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet, seid dankbar. Vertraut dem Geist Gottes. Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt. Das ist Kirche.

Ein gesegnetes gutes Jahr 2025!

 - David Joram - 

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